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Wunderschönes Apulien – Teil 1: Die Städte!

Matera, Puglia, Italy

Feiertage sind schon was Tolles. Wenn der 3. Oktober auf einen Montag fällt, man eine Woche in den Süden möchte und dafür einen Urlaubstag weniger nehmen muss – fantastisch. Ein schöner Herbsttag ist natürlich wunderschön. Aber sind wir mal ehrlich: Wie viele Herbsttage sind in Deutschland schon schön.

Also dachten wir uns, fliegen wir nach Italien. Weil einmal im Jahr Italien muss sein. Diesmal sollte es eine Region sein, die wir noch nicht kennen. Die Entscheidung fiel auf Apulien.

Apulien – Der Absatz des italienischen Stiefels

Apulien ist ein noch relativ wenig überlaufener Teil Italiens. Die Region befindet sich im Südosten des Landes und kommt erst langsam in alle Munde. Südlich von Lecce, im Salento, befinden sich zahlreiche Traumstrände.

Während die Menschen aus aller Welt bei Italien an Rom, Venedig oder an die Amalfi Küste denken, zieht es langsam aber sicher immer mehr Menschen in den Süden.

Im Juli und August ist die Hölle los ist. Die Italiener belagern die Strände und Hotelpreise schießen in den Himmel. In der Nebensaison sieht es ganz anders aus: Man hat erstens seine Ruhe und zweitens ist alles viel günstiger. Wir bezweifeln, dass das so bleibt.

Apuliens Vielfalt ist unschlagbar

Apulien hat so viel zu bieten. Wunderschöne Städte, traumhafte Strände und Trulli. Von letzteren habe ich schon so lange geträumt. Dazu später mehr!

Eine Woche in Apulien ist ausreichend. Wer Baden möchte, sollte länger bleiben. Die Strände sind einfach zu schön. Der Oktober ist dafür allerdings nicht geeignet. Wir hatten zwar wunderschöne Tage, aber zum Baden ist in der Nebensaison Anfang September sicher besser.

Wir hatten auch das schöne Matera auf unserer Route, was offiziell zur Region Basilikata gehört. Von Alberobello ist Matera allerdings nur 45 Minuten Fahrtzeit entfernt. Da muss man mit den regionalen Begrifflichkeiten nicht so kleinlich sein. Die Kulturhauptstadt Europas 2019 sollte auf keinen Fall auf eurer Apulien Reise fehlen.

Aufgrund der Menge an Sehenswürdigkeiten haben wir die Apulien Posts in zwei geteilt. In diesem geht es vor allem um die Städte Apuliens. In zweiten Teil dann um die Küstenregion!

Essen und Trinken in Apulien

Essen in Italien – da könnten wir Lieder davon singen. Italien ist für uns der Himmel!

Die regionale Spezialität in Apulien sind Orecchiette in allen Variationen – übersetzt ‚Öhrchen‘.

Außerdem: Was der Amalfi Küste ihr Limoncello, ist der Likör aus allen möglichen Früchten in Apulien. Wir durften einige in unserer ersten Unterkunft in Alberobello probieren (Begrüßungslikör) und sie sind wirklich sehr lecker.

Und: Kekse in allen möglichen Variationen. Unsere liebsten: Tarallini zuccherati – ein Kariestraum!

Lecce

Aufgrund der zahlreichen barocken Bauwerke wird die Altstadt von Lecce als ‚Florenz des Südens‘ bezeichnet. Wir erkundeten die Altstadt mit dem Fahrrad, welche wir uns von unserer Unterkunft ausleihen konnten. Was in der Nebensaison auch absolut zu empfehlen ist. Übernachtet haben wir im B&B L’Antica Rimessa Lecce. Super nette Gastgeber, tolle Zimmer und nicht weit in die Stadt.

Man sieht mehr als zu Fuß viel, teilweise Ecken für die man sich sonst nicht die Mühe machen würde, weil es zu anstrengend ist. Unbezahlbar ist auch nachts auf der fast komplett verlassenen Piazza di Duomo leicht beschwipst seine Runden zu drehen.

Was uns an der Altstadt besonderes gut gefallen hat, war die Authentizität der Stadt. Nichts ist wirklich aufgehübscht (wie zum Beispiel Florenz), ein paar Seitenstraßen sind sogar etwas heruntergekommen. Das studentische Flair, die Gebäude im Barockstil und die netten Menschen katapultierte Lecce hoch auf unsere liebsten Altstädte Liste.

Alberobello

Alberobello ist wahrscheinlich eines der berühmtesten Städte Apuliens. Dieser Ort spuckte schon lange in unseren Köpfen rum. Viele kennen die Bilder von den weißen Trulli mit den grauen Kegeldächern. Ähnliche Formen findet man im ganzen Mittelmeerraum wie zum Beispiel die Nuraghen in Sardinien.

Natürlich mussten wir auch in einem dieser Trulli übernachten. So schön sie von außen aussehen, Innen hat man echt nicht so viel Platz. Das konnten wir uns natürlich schon vorher denken. Wir mochten es. Es fühlte sich an wie Wohnen in Schlumpfhausen.

In der Umgebung findet man immer wieder Trulli, in Alberobello aber bestehen ganze Stadtteile aus diesen kleinen Häuschen. Die Stadt gehört deswegen zum UNESCO Weltkulturerbe.

In der Hauptsaison ist es bestimmt sehr voll. Nach Alberobello solltet ihr definitiv in der Nebensaison kommen. Es war gut was los. Da wir aber im Ort übernachteten konnten wir auch mal in der Früh los. Da hat man die wunderschönen weißen Gassen ganz für sich allein.

Matera

Vom gegenüberliegenden Berg sieht die Altstadt von Matera einfach nur mächtig aus. Die Schlucht Gravina di Matera, die zwischen den beiden Karstbergen liegt, macht das Bild nochmal dramatischer.

Matera gehört eigentlich zur Region Basilikata. Die Nähe zu Alberobello zwingt einen regelrecht zu einem Besuch. Die Stadt gehört vermutlich zu den ältesten Städten der Welt und ist in erster Linie berühmt für ihre Höhlensiedlungen, ‚Sassi di Matera‘ genannt. Sie liegen an den steilen Felshängen zur Schlucht.

Bemerkenswert ist, dass hier bis in die 1950er und 1960er Jahre Menschen lebten. Als dies öffentlich wurde gab es einen riesigen Skandal und die Höhlen wurden zwangsgeräumt und die Bewohner in neugebaute Wohnblocks umgesiedelt. Ein Skandal war es deswegen weil niemand die Armut in mitten in Europa gesehen haben wollte.

Nachdem die Höhlen viele Jahre vernachlässigt wurden, entdeckten in den letzten Jahren Künstler und andere hippe Menschen die Höhlen wieder. Manche sind sogar wieder bewohnt. Die Sassi gehören mittlerweile zum UNESCO Weltkulturerbe.

Vor lauter Sassi darf man aber nicht die wunderschöne Altstadt Materas vergessen. Irgendwo in den Gassen Materas mit einem Gelato – das ist der Traum! Zwischen den sich aufeinander türmenden alten Häusern kommt man sich so winzig vor und überlegt gleichzeitig ob man seinen Wohnort hierher verlagert.

Matera – ein MUSS auf jeder Apulien Reise.

Castel del Monte

Zwar keine Stadt aber auch schön. Wir wussten nicht, wo wir diese schöne Burg unterbringen sollten, deswegen einfach hier.

Wir besuchten die Burg an unserem Abreisetag. Sie ist nicht weit von Bari und daher perfekt, wenn man noch etwas Zeit am Schluss hat.

Castel del Monte wurde unter den Staufern im 13. Jahrhundert erbaut und angeblich nie ganz vollendet. Wir haben die Burg von innen nicht gesehen. Ein Fehler im Nachhinein, denn die Gänge im Inneren sollen sehr raffiniert sein. Probleme, die man eben hat, wenn man sich nicht vorher richtig informiert.

Von außen ist die Burg gewaltig und die Architektur hat etwas von einem modernen Sektengebäude. Auf jeden Fall sehenswert.

Übernachtungen

Auf unserer Apulien Reise hatten wir zwei Unterkünfte. Eine in Alberobello im Trullo und die andere in einem superschönen B&B in Lecce.

Beide können wir uneingeschränkt weiterempfehlen. Tolle Lage und super Frühstück (nicht selbstverständlich in Italien), saubere Zimmer und wirklich superliebe und hilfsbereite Vermieter. Wir waren restlos begeistert.

Alberobello: Trullo Sotterraneo

Lecce: B&B L’Antica Rimessa




 



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